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Standort: Berichte und Interviews zum Thema Alltägliches – Ammann & Rottkord

Interviewpartner: Ammann & Rottkord

Jörg Ammann

Die deutsche Firma für Aufzugs- und Rehatechnik Ammann & Rottkord GmbH kümmert sich seit 1996 um das Abbauen von Barrieren. Je nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden erarbeiten Ammann & Rottkord individuelle Lösungen von der Privatwohnung bis hin zu öffentlichen Einrichtungen.

Für Gink-Go! sprach Annette Schwindt mit Geschäftsführer Jörg Ammann.

Annette: Wann und wie sind Sie dazu gekommen, eine Firma für Aufzugs- und Rehatechnik zu gründen?

Jörg Ammann: Da der immer größer werdende Bedarf an Plattformaufzügen für den privaten und öffentlichen Bereich durch normale Aufzugshersteller nicht gedeckt wurde, kam uns die Idee, diesen Markt zu bedienen. Besonders aufgefallen ist uns der Bedarf, da wir vorher als Angestellte in der "normalen" Aufzugsbranche tätig waren. Ein Schlüsselerlebnis war die Anfrage einer Kundin, die dringend einen Aufzug für ihr behindertes Kind in ihrem Eigenheim brauchte. Eine optimale Lösung konnte unser damaliger Arbeitgeber aber nicht bieten. So kam uns die Idee, uns selbstständig zu machen und in diesen Markt einzusteigen. Das haben wir bis jetzt auch noch nicht bereut.

Annette: Hat sich in der Aufzugstechnik seither viel getan?

Jörg Ammann beim Aussteigen aus dem Lift "Cibes A5000"

Jörg Ammann: Die Aufzugstechnik wird heutzutage wesentlich mehr auf die Bedürfnisse der einzelnen Personengruppen wie z.B. Rollstuhlfahrer, Senioren oder Mütter mit Kinderwagen ausgerichtet. Die bewährte Technik der spindelbetriebenen Plattformaufzüge wird so also immer weiterentwickelt und angepasst. Zum Beispiel verkaufen wir seit ein paar Monaten unser Standardprodukt, den Plattformaufzug "Cibes A5000", mit einer neuen Plattform, die in Sachen Design und Sicherheit wesentlich weiterentwickelt wurde. So sind beispielsweise die Sicherheitskanten noch weiter sensibilisiert worden und das Bedienfeld wurde noch anwenderfreundlicher gestaltet. Außerdem haben wir seit ca. einem Jahr ein ganz neues Produkt – die FlexStep-Treppe – die in Sachen Design und Einfachheit keine Wünsche offen lässt. Sie sehen also, wir und unsere Lieferanten arbeiten ständig daran, die Produkte noch besser an die Bedürfnisse aller Kunden anzupassen.

Annette: Inwiefern trägt Ihre Firma dazu bei, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft zu erleichtern?

Jörg Ammann: Beim Einbau in öffentlichen oder privaten Gebäuden tragen unsere Produkte wie z.B. Plattformaufzüge (sogenannte Behindertenaufzüge) zu der barrierefreien Erschließung bei. Allerdings gilt dies nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern auch für Senioren oder für Mütter mit Kinderwagen. Im Grunde finden wir für jedes Problem der Höhenüberwindung eine individuelle Lösung. Da wir regional auch Treppenlifte, Plattformlifte und Hebebühnen anbieten und bundesweit Plattformaufzüge und die FlexStep-Treppe vertreiben, finden wir zusammen mit unseren Kunden fast immer eine Lösung für ihre Probleme. Meist können gerade Menschen mit Behinderungen erst durch die Anwendung der passenden Technik wieder fast normal am Leben teilnehmen und müssen sich nicht ausgeschlossen fühlen. Uns ist es dabei wichtig, für jeden das Passende zu finden, auch wenn das manchmal heißt, dass man länger nach einer Lösung suchen oder auch mal neue Wege ausprobieren muss.

Annette: Arbeiten Sie hauptsächlich für Privathaushalte von Menschen mit Behinderung oder arbeiten Sie mehr mit Architekten zusammen?

Jörg Ammann: Wir bekommen Aufträge zu ca. 60 Prozent von Architekten, die einen Plattformaufzug für ihre Kunden nachfragen. Unser direkter Kundenkreis besteht aber zu ca. 40 Prozent auch aus privaten Bauherren. Bei diesen Bauherren handelt es sich nicht immer nur um Menschen mit Behinderungen, teilweise sind unsere Kunden auch Senioren, denen das Treppensteigen nicht mehr so leicht fällt. An den verschiedenen Nachfragen kann man sehen, dass Plattformaufzüge immer mehr akzeptiert und als ein normales Hilfsmittel empfunden werden.

Ammann & Rottkord bei der Rehacare 2005 in Düsseldorf
Ausstellung bei der RehaCare 2005 in Düsseldorf bei einem Kundengespräch;
links: Karl Heinz Rottkord, Mitte: Kunde, rechts: Jörg Ammann

Annette: Welche Arten von Aufzügen kann ich bei Ihnen bekommen und was kostet das?

Jörg Ammann: Wir bieten spindelbetriebene Plattformaufzüge zum Beispiel für Ein- oder Mehrfamilienhäuser oder für den öffentlichen Bereich an. Der Preis für einen Standard-Plattformaufzug beträgt ca. 19.000 €. Zu diesem Standard-Modell können aus einer großen Auswahl Zusatz-Ausstattungen gewählt werden, wie etwa Verglasung einer Aufzugsseite, automatische Türöffner etc. Generell erstellen wir kostenlos und unverbindlich Angebote, die nach einer persönlichen Beratung und der Besichtigung vor Ort zusammengestellt werden.

Annette: Kann man in jedes Gebäude einen Aufzug einbauen? Wie finde ich heraus, was für mich das Beste ist?

Jörg Ammann: Es ist so gut wie immer möglich, einen Plattformaufzug in ein bestehendes Gebäude zu integrieren oder auch als Außenaufzug an der Außenwand anzubauen. Um herauszufinden, welche die beste Lösung für jeden individuell ist, empfehlen wir eine kostenlose Beratung vor Ort, die wir gerne auf Nachfrage durchführen. Für kleinere Fragen vorab kann man sich aber auch telefonisch beraten lassen, um zu erfahren, ob ein Plattformaufzug überhaupt in Frage kommt.

Annette: Und wenn mein Aufzug oder Treppenlift kaputt geht?

Jörg Ammann: Wir haben einen technischen Service, der von 8 bis 20 Uhr an sieben Tagen in der Woche erreichbar ist.

Annette: Das neueste Produkt, das sie vertreiben, ist die FlexStep-Treppe, die es auch als Therapiegerät gibt. Was ist das Besondere an dieser Entwicklung?

FlexStep – links: abgeflacht, rechts: angehoben

Jörg Ammann: Das Besondere an dieser patentierten Neuentwicklung ist, dass die FlexStep-Treppe als Treppe und Hebebühne in einem fungiert. Gerade für architektonisch anspruchsvolle Kunden oder bei Platzproblemen ist die FlexStep-Treppe oft die passende Alternative zu einer Hebebühne. Das Schöne an der FlexStep ist besonders, dass sie weniger Platz einnimmt, da nicht noch eine zusätzliche Treppe für die "Fußgänger" notwendig ist. Die maximale Förderhöhe beträgt 1200 mm und das maximale Ladegewicht 200 kg. Am besten kann man sich die FlexStep allerdings vorstellen, wenn man sie einmal in Betrieb gesehen hat oder aber Fotos betrachtet, zum Beispiel auf unserer Website.

Annette: Sind Sie nur in Deutschland tätig, oder können Sie auch für Kunden in Österreich arbeiten?

Jörg Ammann: Wir beraten und beliefern Kunden in ganz Deutschland. Für Kunden in Österreich arbeiten wir leider nicht.

Annette: Sie bauen gerade eine neue Produktionshalle. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Jörg Ammann: Bedingt durch den demografischen Wandel und die immer stärkere Nachfrage im Bereich der Aufzugs- und Rehatechnik, hoffen wir auch in den nächsten Jahren auf ein stabiles Wachstum, um so ein sicheres Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter zu schaffen. Dabei stellen wir uns immer wieder von Neuem den Kundenansprüchen, denen wir in jeder Art und Weise durch individuelle Lösungsangebote gerecht werden möchten.

Vielen Dank für das Interview!

Nähere Informationen über Ammann & Rottkord finden Sie unter: http://www.ammann-rottkord.de

Infos zum Interview: Das Interview wurde per E-Mail durchgeführt.

Gesprächspartnerin: Annette Schwindt

Quelle: Bilder wurden von Ammann & Rottkord zur Verfügung gestellt.

Das Interview erscheint am 29. März 2007.

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