Robert, 43
Keine Bewegungsfreiheit
Ramona, 29
Meine Cousine (leider) hat eine sehr starke Muskelschwäche heißt glaube ich (Charcot-Marie-Tooth) und sitzt seit dem 8. Lebensjahr in einem Rollstuhl. Das ist echt furchtbar, dass diese Krankheit immer schlimmer wird!!!!
Yvonne, 19
Ich muss ganz ehrlich sagen wenn ich Rollstuhl höre, bekomme ich Angst! Die Mutter meiner Freundin bekam nun die Diagnose 'MS', sie ist sehr jung, grad 40 und ich empfinde so viel Angst bei dem Gedanken im Rollstuhl sitzen zu müssen. Die Vorstellung nicht genügend Kraft zuhaben um zu laufen oder das Gefühl zu haben nichts in den Beinen zu fühlen, mir wirds bei dem Gedanken ganz schwindelig :-(
Rosina, 21
Damit verbinde ich sicher auch den Begriff gefesselt jedoch wiederrum die Notwendigkeit seine Mobilität zu garantieren. Ich besitze auch einen Rollstuhl, zwar brauche ich ihn nur dann wenn ich einen Gips trage, aber es hat mir gezeigt, wie wichtig es für jemanden ist der wirklich 24 Stunden darauf angewiesen ist. Also zusammengefasst würde ich den Begriff 'gefesselt' eigentlich in Bezug auf die Benutzung eines Rollstuhles nicht verwenden, denn genau dieses von den Chinesen 1300 v. Christus erfunde (ich hab mich im Internet schlau gemacht g) Gefährt macht einen nicht Mobilen ja mobil.
Janina, 21
Ist ein Begriff, den man oftmals in Zeitschriften liest oder im Radio oder TV hört. Er beschreibt aus nichtbehinderter Sicht, die Situation eines Körperbehinderten, der sein Leben im Rollstuhl 'fristen' muss und schwer leidet. Ich mag diesen Begriff absolut nicht, da der Rolly für Körperbehinderte etwas Supergutes ist, etwas, mit dem wir uns fortbewegen und Selbstständigkeit erlangen können. Wenn ich an diesen Begriff denke, stelle ich mir einen Menschen im Rolly mit Handschellen oder Fesseln vor, der unfähig und unmündig ist, selbst zu entscheiden und sich mitzuteilen. Ein sehr vorurteilsbelasteter Begriff, der Körperbehinderte abhängiger macht als sie sind und nichts als Mitleid in den Köpfen der Nichtbehinderten hervorruft. Man sollte ihn abschaffen und ihn gegen den Begriff 'flott im Rolly' austauschen. Obwohl... Fesseln im Rolly können aus erotischer Sicht mit Sicherheit sehr reizvoll sein. g
Susanne, 20
Das klingt richtig schlimm – und genau so stell ich mir das vor. Wenn ich mir vorstelle, nicht laufen zu können oder einfach all die alltäglichen Dinge zu tun, über die man gar nicht nachdenkt – zum Beispiel schlicht und einfach in den Bus ein- und aussteigen oder dergleichen. Man ist ja doch in gewisser Weise eingeschränkt, und man muss auch gelegentlich die Hilfe anderer in Anspruch nehmen. Gerade, wenn man mal von A nach B will, ist das ja nicht ganz einfach. Bordsteinkanten, Zugeinstiege, Buseinstiege etc. Und einfach mal ins Auto steigen geht ja auch schlecht. Man ist immer irgendwie auf jemanden angewiesen, und das würde ich nicht gut finden. Ich habe auch einen gewissen Stolz, Dinge allein tun zu können. Den Rollstuhl, den wird man ja in den meisten Fällen nie mehr los – man schleppt immer diesen Klotz, diese Belastung, mit sich rum. Man kommt einfach nicht davon los... also ja, 'an den Rollstuhl gefesselt' ist, meiner Ansicht nach, eine treffende Beschreibung von dem, was der Gedanke, selbst im Rollstuhl sitzen zu müssen, bei mir erweckt: Angst.
Oliver, 42
Jeder hat eben seine Wirklichkeit. Das, was wir hören und wahrnehmen ist geprägt und gefiltert durch Meinungen und Erfahrungen. Wir alle deuten, so auch Wörter, m.E. auf der Basis unserer individuellen Wahrnehmung, haben unsere ganz persönliche Wirklichkeit – der ideale Nährboden für Mißverständnisse.
Nun ist es ja so, dass man nicht 'nicht' kommunizieren kann. Das offenbart folgendes Dilemma: Ob gewollt oder nicht, wir geben immer Botschaften von uns. Ein großer Schritt hin zu einer besseren Kommunikation ist es, sich dieser Tatsache – und garade als Betroffener – bewußt zu sein.
'An den Rollstuhl gefesselt'
Puhhh, bestimmt nicht unsere Wahrnehmung auch unser Verhalten? Sensible Kommunikation ist für alle zwischenmenschlichen Beziehungen wichtig – im Umgang als Mensch mit Behinderung wird sie zum Prüfstein.
Wie oft habe ich schon Betroffene selbst sagen hören: '...sorry, aber ich bin an den Rollstuhl gefesselt!' Weniger sensibel geht's im Hinblick auf meine Gedanken dazu, natürlich auch kürzer... 'Ich kann garnicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.'
Alexandra, 32
Ist ziemlich schwierig zu beschreiben, was ich bei diesem Begriff empfinde. Leider hab ich selbst oft von Betroffenen diesen Satz gehört, weil sie sich wirklich so fühlten. Ich hab dann immer die Frage gestellt, was würdest du denn ohne Rollstuhl machen? Meisten wirkten sie so, als ob ich sie bei ihrem Mitleidshaschen ertappt hätte. Die Betroffenen selbst sehen wahrscheinlich tatsächlich eine Einschränkung ihrer Beweglichkeit mit dem Rollstuhl. Was ich nicht verstehen kann, denn eigentlich verschafft er ja Mobilität. Leider benutzen ja gerade die Medien diesen Satz um eher ungebildeten Fernsehzuschauer das falsche Bild eines Behinderten zu zeigen.
Wolfgang, 40
If u find one tell me. Eine der beliebtesten diskriminierenden Phrasen, die nicht auszurotten sind. Meine Lieblingsfantasie dazu, jedes Medium, das diesen Ausdruck verwendet wegen Diskriminierung auf Schadensersatz klagen und damit reich werden.