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Standort: Berichte und Interviews zum Thema AlltäglichesTagebuch – Tagebuch vom 07. Juli bis 11. Juli 2007

Tagebuch vom 07. Juli bis 11. Juli 2007

Verfasst von René van Zon

In diesen Tagen bin ich vom Kopf her sehr blockiert, ich komme zu Hause nicht einmal mehr dazu, rechtzeitig das Tagebuch zu schreiben. Bitte entschuldigt, wenn es einige Verspätungen gibt, aber auch darauf wirkt sich nun mal meine Zwangsstörung in schlechten Phasen aus. Nicht die automatisierten Kontroll- und Zwangshandlungen machen mir in dieser Woche das Leben schwer, nein, es sind die zusätzlichen, starken Zwangsgedanken, welche mich lähmen und mich zwingen, nur an bestimmte Situationen zu denken. Diese Zwangsgedanken sind so extrem, werden so real in meinem Kopf, dass ich mich dann nur mit ihnen beschäftigen kann, weil sie mir in diesem Moment eine solche Wichtigkeit der Gedanken implizieren, dass ich denke: "Wenn ich mich mit ihnen nicht beschäftige, bedeutet das für mich schreckliche Gefahren!" Wie sich das genau verhält, könnt Ihr in den folgenden Aufzeichnungen nachlesen:

Samstag, der 07. Juli 2007

Diese Zwangsgedanken sind echt belastend und demotivieren mich stark. Eine richtige Lähmung tritt ein, wenn sie auftreten. Oft haben sie mit Gefahren zu tun: entweder mit solchen, in denen meine Wohnung gefährdet ist, oder in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen. Das führt oft dazu, dass ich kaum die Wohnung verlassen kann, denn so laufe ich nicht Gefahr, etwas falsch machen zu können und die Wohnung aufs Spiel zu setzen. Hier denke ich an Haustüren, die ich abzuschließen vergessen habe, oder an Herdplatten, welche die Wohnung abfackeln könnten. Am allerschlimmsten sind aber die Zwangsgedanken, wenn ich mit anderen Menschen zu tun habe. Besonders schwer wiegt dabei, dass diese auftreten, egal ob es ein wichtiger Mensch für mich ist oder nicht. Viele Unternehmungen sind für mich unmöglich geworden, da ich überall vermute, von Menschen betrogen zu werden, bei ihnen anzuecken oder kontrollieren zu müssen, was ich mit ihnen gesprochen habe. Ja, es geht manchmal sogar so weit, dass mich Zwangsgedanken plagen, in denen ich befürchte, diese Menschen zu verlieren, wenn ich nicht immer für sie da bin und bei ihnen bin. Ich muss ihnen dann ständig auf den Wecker fallen oder nachfragen, ob sie mich noch lieb haben. Ständig versuche ich zwanghaft, ihnen alles recht zu machen und mich regelrecht anzubiedern, um die Gefahr zu minimieren, dass meine Zwangsgedanken irgendwann Recht behalten. Das führt natürlich zu immensen Problemen in der Beziehungsführung. Das übertriebene Gewissen, das Zwangspatienten oft haben, macht mir das noch zusätzlich schwer.

Und wenn sich dann andeutet, dass meine Zwangsgedanken Recht haben könnten, zum Beispiel in ihrer Meinung, ich würde einen Freund früher oder später eh verlieren, dann beende ich die Freundschaft lieber von selber und sabotiere sie, um diese Enttäuschung nicht erleben zu müssen – so geschehen mit einer Freundin von mir. Ständig plagen mich ja Zwangsgedanken, ich wäre kein guter Freund, wenn ich nicht immer bei meinen Liebsten wäre. Dementsprechend fiel ich dann auch ihr jeden Tag und fast zu jeder Gelegenheit auf die Nerven. Ich weiß natürlich, dass ich deshalb ziemlich anstrengend sein kann. Ich möchte nur mal beschreiben, wie die Zwangsgedanken – oder genauer dieser Zwangsgedanke – meistens dazu führt, dass Freundschaften bei mir irgendwann zerbrechen. Die Bindungen halten diese Belastungen nicht mehr aus und zerbrechen; zusätzlich aber auch noch wegen anderer Zwangsvorstellungen (Du hast mich nicht lieb, du verlässt mich irgendwann; ich will dir nicht zur Last fallen, bestimmt habe ich was Falsches gesagt; sie ist nur aus Höflichkeit mit mir zusammen ...).

Hier war es eher, dass ich nicht zur Last fallen wollte. Natürlich genoss ich den Kontakt sehr und sie ist auch ein sehr netter Mensch, aber immer plagten mich halt diese Gedanken, wenn ich bei ihr war. Als sie dann einmal sagte, sie muss mal einen Tag für sich haben und will mich nicht auch noch an "der Backe", fühlten sich natürlich sofort meine vorherigen Zwangsgedanken bestätigt. Völlig enttäuscht und unter Angst, etwas falsch gemacht zu haben und die Freundschaft zu verlieren, ging ich nach Hause. Die Vorstellung, jemandem zur Last zu fallen und die damit verbundenen Zwangsbefürchtungen, die sofort Gefahr signalisierten, hindern mich seitdem daran, wieder Kontakt zu ihr aufzunehmen. Es ist wie ein Selbstschutz, denn ich müsste mir jetzt immer Gedanken machen, ob ich nerve. Dann kann ich nächtelang nicht schlafen. Also bleibe ich lieber ganz weg, dann ist dieses Thema auch durch. So passiert das auch bei anderen Freunden. Ich beende dann lieber die Freundschaft, um das Gefühl zu haben, ich habe das noch in der Hand. Ich kann dann einfach nicht mehr einen guten Kontakt zu jemandem aufbauen, wenn so etwas passiert ist. Die Gedanken sind dann einfach zu stark. Zurzeit tut es mir auch gut, wenn ich nicht so viele Kontakte habe, denn ich muss mir zunehmend Gedanken darüber machen, ob ich als Mensch gut bin und ein annehmbarer Freund bin. Das bedeutet zunehmenden emotionalen Stress für mich; ein Tagesgeschehen ist dann kaum für mich zu schaffen. Da ziehe ich mich jetzt lieber ein wenig raus. Denn eines habe ich gemerkt: Wenn ich den Kontakt schleifen lasse, melden sich die Menschen auch nicht bei mir – ein Zeichen dafür, dass sie mich als Freund nicht möchten und nur aus Höflichkeit mit mir zusammen sind. Und ganz ehrlich, das habe ich nicht nötig. Ein bisschen Stolz habe ich auch; und man mag es nicht glauben: Gefühle, die habe ich genug.

Sonntag, der 08. Juli 2007

Diese Aussetzer sind echt schrecklich! Sehr oft am Tag muss ich in meinen Kontrollhandlungen innehalten und bin dann geistig wie abgeschaltet. Da geht dann überhaupt nichts mehr. Ich weiß echt nicht, woran das liegt. Bin ich mittlerweile mental so erschöpft, dass sich mein Gehirn diese Auszeiten einfach holt und ich dann nichts dagegen tun kann? Mir kommt es fast so vor. Immerhin bin ich den ganzen Tag mit zwanghaften Ritualen und Vorstellungen beschäftigt. Ich kann mir da echt keinen anderen Reim drauf machen, nur, dass sich mein Körper von dieser Anstrengung Erholung verschafft; und wenn ich sie mir nicht selber geben kann, dann holt er sie sich halt selber. Das ist ja auch nicht verkehrt, aber wie ich schon mal beschrieben habe, schränkt mich das jetzt noch mehr in meinem Alltag ein. Ich brauche ja so schon viel Zeit, um die einfachsten Dinge zu bewerkstelligen. Wenn dann auf einmal so ein Aussetzer kommt, bin ich völlig lahmgelegt. Da kann ich dann nichts tun, dagegen bin ich machtlos. Mitten in einer Tätigkeit muss ich dann innehalten und denke an nichts mehr. Ich bin dann völlig leer. Schwer zu beschreiben, aber da ist dann für lange Zeit nichts mehr. Entweder stehe ich dann irgendwo einfach in der Landschaft und träume vor mich hin oder ich muss irgendwo zu Hause sitzen und nichts tun. Vielleicht ist es auch eine Art Wegträumen, um die Realität nicht mehr sehen zu müssen, denn immerhin habe ich in meinen jungen Jahren schon viel erleben müssen. Ja, es könnte wirklich eine Art Abspalten von der Realität sein, eine Auszeit von der Wirklichkeit. Und: Es wird immer schlimmer! Ich traue mich schon kaum mehr, das Haus zu verlassen, aus Angst, ich könnte mitten in der Stadt einmal so etwas haben. Ich hoffe, dass die ambulante Therapie bald ein bisschen greift, denn stationär bin ich zurzeit nicht in der Lage, etwas zu machen. Ich könnte gar nicht mein Zuhause allein lassen. Ja, die vielen Reize, die muss ich jetzt erst mal weglassen, ist alles zu viel für mich. Ich muss endlich anfangen, die wichtigen Dinge im Leben zu sehen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und zu akzeptieren, dass mehr im Moment halt nicht möglich ist – eine schwere Aufgabe für einen zwanghaften Perfektionisten. Ich werde mich aber bemühen, denn nur wenn ich es schaffe, mich auf die essentiellen Dinge zu konzentrieren, werde ich an meinen Zwängen arbeiten können. Aber das ist noch ein langer Weg, denn beruflich rehabilitieren, das ist im Moment auch undenkbar. Ich glaube, ein langer therapeutischer Weg steht mir noch bevor. Ich bin ja, ohne angeben zu wollen, kein blöder ... Ich könnte viel erreichen und stolz sein, aber Zwänge schaffen immer das Komische: Sie wollen Perfektion erreichen, aber am Ende treten dann diese Schwierigkeiten auf – Ironie des Schicksals.

Montag, der 09. Juli 2007

Aber es passieren mir durchaus auch schöne Dinge in meinem Leben, auch wenn ich diese nicht oft genug wahrnehme und denke, dass ich schon genug gestraft bin.

Heute klopfte es an meiner Tür; draußen stand ein Mensch, der mein Empfinden für das Glück im Leben entscheidend verändern sollte. Eigentlich wollte sie, meine Nachbarin, sich nur ein "DVD-Scart-Kabel" borgen. Dass daraus eine so schöne Bekanntschaft und vielleicht auch Freundschaft entstehen sollte, das kann ich bis heute nicht glauben. Wir kamen ins Gespräch, und das sehr lange. Mir war sie vorher gar nicht aufgefallen; liegt wohl daran, dass ich mich vor meinen Nachbarn verstecke. Ihr wisst ja, dass Mensch-zu-Mensch-Kontakte für mich extrem schwierig sind, aber heute war es echt anders. Wir saßen bei ihr, von abends bis frühmorgens um vier Uhr; die Zeit rannte einfach so davon. Es war so schön!!!

Dieses Verständnis, das von Anfang an zwischen uns bestand, und diese Sympathie, welche man zwischen uns spürte, hatte ich noch nie in meinem Leben. Klar, ich habe wenige gute Freunde, aber hier kam noch hinzu, dass wir dieselben Lebensvorstellungen haben. So jemanden habe ich bisher nun mal nicht zum Freund. Ist ja auch schwierig, mir gerecht zu werden, das gebe ich zu. Aber hier passte einfach alles, und das, obwohl wir uns erst seit ein paar Stunden kannten. Wie weggeblasen waren sie, meine Ängste vor Frauen und weiblichen Geschöpfen – durch meine Erlebnisse in der Vergangenheit habe ich diese ja extrem. Ich spüre aber bis heute ein extremes Vertrauen zu ihr. Ich kann das gar nicht beschreiben – habe ich noch nie gehabt, nicht mal Zwangsgedanken an dem Abend. Ob der liebe Gott sie mir geschickt hat? Bestimmt! Klar, ich habe noch extreme Ängste, dass auch sie mir nur etwas vorspielt und mich wieder verlässt, aber zum ersten Mal spüre ich tief in meinem Inneren, dass dies nicht passieren wird. Hoffentlich hält jenes an!

Dienstag, der 10. Juli 2007

Also, ich glaube fast, es ist um mich geschehen. Ist die süüüüüüß! Einfach mein Fall, ich kann das kaum beschreiben! Ob ich verliebt bin? Ich weiß das nicht, aber auf jeden Fall fasziniert von diesem Menschen. Sie ist sehr einfühlsam und Rücksicht nehmend auf andere, und vor allem hat sie ein Gefühl für die Bedürfnisse und Sorgen eines anderen Menschen. Aber auch in anderen Disziplinen gleicht sie mir aufs Muttermal. Genauso verletzlich und sensibel wie ich wandert sie durch die Welt und hat so oft das richtige Gespür für Dinge, welche zwischen den Zeilen versteckt sind. Genauso geht's mir ja auch oft. Natürlich sieht sie sehr gut aus und ich denke, daraus würde auch nie was werden, bin halt nicht der Frauentyp. Ich werde überprüfen, ob ich mehr Gefühle für sie hege oder nicht. Aber als Freundin, mit der man quatschen kann, da wäre ich schon sehr zufrieden. Immerhin kann sie mich in sehr vielen Dingen sehr gut verstehen.

Aber trotzdem plagen mich jetzt auch wieder Zwangsbefürchtungen und -vorstellungen, denn ich bin eigentlich nicht der Meinung, dass mich jemand mag und mit mir etwas zu tun haben möchte. Am Liebsten würde ich alle mal fragen, was sie eigentlich an mir mögen, aber das geht nun mal nicht. Ständig quälen mich jetzt die Gedanken: Da muss doch irgendeine Bosheit dahinter stecken, wenn jemand lieb zu mir ist, und zwanghaft gehe ich immer wieder durch, was für Absichten meine Freunde – und im Speziellen sie, meine Nachbarin – haben könnte/könnten. Ohne Hintergrund tun die doch nichts! Immer misstrauisch, sind Freundschaften natürlich schnell vorbelastet. Auch das Vertrauen von gestern ist wieder weg, der Zwang hat mich wieder. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich geliebt werde, und das ohne Gegenleistung. Um Enttäuschungen von früher zu vermeiden, diese Zwangsgedanken. Ich hoffe, irgendwann mal stabiles Vertrauen aufbauen zu können, denn ohne dies werden mich die Gedanken von Tag zu Tag immer mehr vom Leben abhalten!

Mittwoch, der 11. Juli 2007

Ein Problem macht mir immer wieder zu schaffen, und ich glaube sehr stark, dass diese Symptome eng mit meiner Zwangsstörung zusammenhängen; sie sind sozusagen der Verursacher: Es wird ja vermutet, dass ich die Zwänge entwickelt habe, um eine verdeckte Borderline-Störung im "Zaum" zu behalten. Es würde jetzt den Rahmen sprengen, diese Störung genauer zu beschreiben. Vereinfacht zeichnet sie sich dahingehend aus, dass der Betroffene erhebliches subjektives Leid empfindet, wenn er mit Menschen zu tun hat. Wird er verletzt, missverstanden oder auch nur mal nicht wahrgenommen, reagiert er mit Rückzug, extremen, ständig auftretenden Wutanfällen und depressiven Verstimmungen. Sogar psychotische Phasen können auftreten, wenn die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren, groß ist. Die Störung zeichnet sich des Weiteren dadurch aus, dass der Betroffene sich in einem ständigen emotionalen Gefühlschaos befindet. Selbst zu ihm fremden Personen baut er in extrem kurzer Zeit eine so intensive Verbindung auf, dass er eigentlich nur enttäuscht werden kann. Das Gegenüber kann diese Wünsche ja gar nicht erfüllen. Also ist die Borderline-Störung auch ein Sinnbild für gestörtes zwischenmenschliches Beziehungsverhalten. Meist sind Borderline-Betroffene Opfer von sexueller, körperlicher und seelischer Misshandlung und Verwahrlosung. Ich vermute auch eine starke Deprivation. Deprivation bedeutet, dass dieser Mensch in bestimmten Entwicklungsphasen so geschädigt und allein gelassen wurde, dass er gar nicht die Chance hatte, einen ordentlichen Bezug zu sich selber und seiner Umwelt herzustellen. Der Betroffene entwickelt aus diesem Kontext heraus starke Wünsche nach Geborgenheit und Nähe. Diese muss sofort stattfinden. Ein sehr prägendes Symptom der Borderline-Störung ist, dass der Erkrankte nicht in der Lage ist, "Menschen in seinem Herzen" zu tragen. Dies bedeutet: Ist der Mensch einmal nicht in seiner Nähe, verliert er für den Borderline-Betroffenen jegliche Existenz. Der Erkrankte fürchtet also, ihn zu verlieren – für immer. Meistens ist der Gedanke daran ausreichend für extreme Wutanfälle, Rückzug und Racheakte. Der Betroffene fühlt sich oft von seinen Mitmenschen wegen Kleinigkeiten verletzt, und zwar in seinen Grundfesten. Da er damit nicht umgehen kann, es nicht kompensieren kann wie jeder andere, gesunde Mensch, reagiert er mit Rache. Der Schuldige soll genau das erleben, was der "Borderliner" sein Leben lang durchmachen musste, und wenn's geht, dann dreimal so doll. Nur so kann er mit der Verletzung umgehen. Die starken Gefühle, die Missempfindungen, hervorgerufen durch seine Vergangenheit, konnte und kann der Borderliner damals wie heute nicht kontrollieren. Man muss sich das vorstellen wie eine ungebremste Achterbahn: Die Gefühle kommen hoch, lassen sich nur extrem wahrnehmen und sind nicht regulierbar. Dadurch legt der Borderliner extreme Reaktionen und Verhaltensweisen an den Tag. Man nennt ihn auch "emotional instabil".

Sind mindestens fünf dieser Kriterien erfüllt, liegt die Borderline-Störung vor.

Um jetzt auf das eigentliche Ansinnen zu kommen: Diese Kriterien liegen allesamt bei mir vor. Ich vermute stark, dass ich die Zwänge habe, um mit diesem instabilen Gefühlschaos zurechtzukommen. Zwänge sind nicht unüblich bei dieser Störung, sie bringen den Gefühlen scheinbare Struktur. Ich vermute stark, dass viele Borderliner ihre Zwangsstörungen verlieren würden, wenn das Grundproblem, die emotionale Instabilität, bearbeitet wird – wenigstens eine erhebliche Verbesserung ist zu erwarten.

Ich kann in diesen Tagen auch wieder ein Lied von dieser sehr belastenden Störung singen. Ich kann kaum Distanz halten, auch nicht in der virtuellen Welt des Chats. Sofort entwickele ich starke Gefühle zu dem Menschen hinter dem Computer. Da mein Gegenüber diese meist nicht auch entwickelt, kommt es schnell zu zwischenmenschlichen Problemen – ich erwarte ja was ganz anderes als er oder sie. Wenn ich mal wieder enttäuscht wurde oder verletzt bin, reagiere ich mit starken Zwangsgedanken und -handlungen. Nur so bekomme ich scheinbar Ordnung in meine zerrüttete Gefühlswelt. Da ich nicht wie früher mit extremen Wut- und Rachesymptomen reagieren will, lernte ich vermutlich, die Zwangsstörung einzusetzen, um irgendwie Struktur und Ordnung in mein Leben zu bekommen.

Es wird ein Ziel meiner Therapie sein, dieses Thema anzupacken, um irgendwann einmal normale Beziehungen zu Freunden und Partner haben zu können.

Nebenbei sei bemerkt, dass ich gerne bereit bin, zur Zwangsstörung und der Borderline-Erkrankung Fragen zu beantworten. In der Vergangenheit habe ich mir etliches Wissen und Erfahrungen zu diesen Themengebieten angeeignet; ich möchte das gerne teilen. Schreibt mir einfach eine E-Mail an die unten angegebene Adresse.

Informationen zum Autor

Name: René van Zon

Informationen zum Tagebuch

Verfasst von René van Zon
Start der Serie am 28. Mai 2007

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