Helmut Ritter befragte Susanne Gabrle und Ingrid Hofer über die Aufgaben und den Zweck der Koordinationsstelle. Mit diesem Artikel feiert er sein Debüt als Interviewer bei Projekt Gink-Go!
Helmut: Zu welchem Zweck wurde die Koordinationsstelle AMS BSB FSW ins Leben gerufen?
Susanne Gabrle und Ingrid Hofer: Das Arbeitsmarktservice Wien, das Bundessozialamt/Landesstelle Wien und der Fonds Soziales Wien haben im April 2007 gemeinsam eine Koordinationsstelle beauftragt, die Situation der beruflichen Integration behinderter und benachteiligter Jugendlicher in Wien zu erheben und Vorschläge für die verbesserte systemübergreifende Zusammenarbeit zu erarbeiten.
Helmut: Welche Aufgaben hat die Koordinationsstelle?
Susanne Gabrle und Ingrid Hofer:
Es gibt ein Begleitgremium zur Koordinationsstelle, das aus je einem Vertreter/einer Vertreterin von AMS, BSB und FSW besteht. Mit dieser Gruppe werden in regelmäßigen Treffen die konkreten Themen und Schritte diskutiert und festgelegt.
Helmut: Wie wird die Koordinationsstelle finanziert?
Susanne Gabrle und Ingrid Hofer: Die Koordinationsstelle wird von AMS, BSB und FSW zu gleichen Teilen gefördert. Träger des Projektes ist das WUK, Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser.
Helmut: Wie viele Jugendliche gibt es in Wien, die als behindert und benachteiligt eingestuft werden?
Susanne Gabrle und Ingrid Hofer: Diese Frage ist schwer zu beantworten, weil Behinderung und Benachteiligung nicht eindeutig definiert werden.
Daher einige Versuche einer Annäherung an die Zahl der Menschen mit Behinderung bzw. Benachteiligung:
Helmut: Wie hoch ist die Quote der erfolgreich ins Berufsleben integrierten Betroffenen?
Susanne Gabrle und Ingrid Hofer: Konkrete Aussagen über Erfolgsquoten sind schwierig, weil die Definition der Zielgruppe (Was ist eine Behinderung? ...) und die Erfolgskriterien (z.B. ab welchem Stundenausmaß oder ab welcher Vertragsdauer ein Dienstverhältnis als erfolgreiche Vermittlung zählt, etc.) sehr unterschiedlich sind.
Offizielle "zitierfähige" Zahlen und auch Informationen finden Sie unter:
Arbeit und Behinderung: http://www.arbeitundbehinderung.at/arbeitundbehinderung.at
Arbeitsmarktlage-Bericht BMWA, siehe Seite 5: ArbeitsmarktlageJahr2007.pdf
Begünstigte Behinderte: landesstelle_wien.pdf
Helmut: Warum ist die Tätigkeit der Koordinationsstelle zeitlich begrenzt, wie geht es danach weiter?
Susanne Gabrle und Ingrid Hofer: Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Juli 2007 bis Dezember 2008. Im Bereich der beruflichen Integration werden Projekte üblicherweise befristet. Es gibt eine Evaluierung und es muss im Herbst 2008 ein neuer Projektantrag gestellt werden. Dann wird von den Fördergebern AMS, BSB und FSW entschieden, ob das Projekt verlängert wird oder nicht.
Herzlichen Dank für dieses aufschlussreiche Interview!
Mehr Informationen erhalten sie unter der Internetadresse: http://www.koordinationsstelle.at
Gesprächspartner: Helmut Ritter
Infos zum Interview: Wurde per E-Mail durchgeführt.
Das Interview erscheint am 08. Juli 2008